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Interdisziplinäre Lateinamerikastudien (M.A.)

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Dekoloniale und intersektionelle Genderperspektiven auf Lateinamerika (Profil D)

Im Genderprofil werden gesellschaftliche Ordnungsstrukturen, Machtverhältnisse sowie Ungleichheiten in Lateinamerika hinterfragt. Studien, die aus dekolonialer und intersektionaler Perspektive genderspezifische, sozio-kulturelle und transregionale Differenzen untersuchen, werden hier diskutiert und als Grundlage für studentische Forschungsarbeiten empfohlen. Dabei stellt die Genderperspektive in der Lateinamerikaforschung nicht nur eurozentristische Gesellschaftsentwürfe und Wissenschaftskulturen in Frage, sondern analysiert auch den westlich geprägten Feminismus und dessen theoretische Auslegungen kritisch.

Lies zunächst die Hintergrundinformation zur dekolonialen Genderperspektive in der Lateinamerikaforschung und bearbeite dann die Aufgabe!

In den letzten zwei Jahrzehnten publizieren Wissenschaftlerinnen und Feministinnen aus Lateinamerika und der Karibik verstärkt Arbeiten, die einen dekolonialen Blick auf den Feminismus und die Gender Studies entwickelt und indigene sowie afromestizische Aktivist*innen in die Formulierung ihres Perspektivwechsels miteinbeziehen (Curiel 2007, Gargallo 2012, Lugones 2008, Suárez Navaz und Hernández Castillo 2008). Folgendermaßen formulieren Rosalva Aída Hernández Castillo und Liliana Suárez Navaz ihren Ansatz:

„Nuestro trabajo académico y político con organizaciones de mujeres indígenas en América Latina y con migrantes africanas y latinoamericanas en España, nos ha llevado a cuestionarnos las premisas teóricas y las estrategias políticas que en un primer momento guiaron nuestra práctica feminista. Los cuestionamientos teóricos al sujeto del feminismo universalista que recogemos en esta colección, los habíamos encontrado también en nuestros diálogos con las mujeres indígenas y africanas. Desde otros lugares de enunciación, y desde unas voces que nos hablan a partir de lo cotidiano, las mujeres con las que trabajamos, han venido construyendo también sus propias teorizaciones y conceptualizaciones sobre las desigualdades de género, en donde las reflexiones sobre el reconocimiento y la redistribución son fundamentales. Fueron en parte estos diálogos, los que nos llevaron a buscar en las teorías poscoloniales nuevas herramientas de análisis más acordes con las realidades de diversidad cultural en las que realizamos nuestro trabajo antropológico, así como nuevas estrategias de lucha para la construcción de alianzas políticas que partan del reconocimiento de la pluralidad de intereses y experiencias que marcan la vida de las mujeres en nuestros continentes.“

Suárez Navaz, Liliana und Rosalva Aída Hernández Castillo (eds) 2008. Descolonizando el Feminismo: Teorías y Prácticas desde los Márgenes, S. 7.

Weitere Literatur:

  • Curiel, Ochy 2007. Los aportes de las afrodescendientes la teoría y la práctica feminista. Desuniversalizando el sujeto “Mujeres”, en: Perfiles del Feminismo Iberoamericano, vol.III, Buenos Aires, Catálogos.
  • Gargallo, Francesca 2012. Feminismos desde Abya Yala. Ideas y proposiciones de las mujeres de 607 pueblos en nuestra América. Bógota, Desde Abajo.
  • Lugones, María 2008. Colonialidad y Género: hacia un feminismo descolonial, en: Género y Descolonialidad. Mignolo, W. (comp.). Buenos Aires, Del signo.

Welche der folgenden Aspekte hältst du für zentral, um eine dekoloniale Genderperspektive in der Lateinamerikaforschung einnehmen zu können?

Alle folgenden Aspekte sind für die Einnahme einer Gender Perspektive in der Lateinamerikaforschung einnehmen zu können, und werden im Gender Profilbereich miteinbezogen:

Universale Feminismus:

Der Universalismus feministischer Positionen wird hinterfragt, da Frauen im ‚globalen Süden‘ aufgrund von kolonialbegründeten und global verbreiteten Ungleichheiten oftmals andere Anliegen vertreten als Frauen, die aus den Ländern des ‚globalen Nordens stammen. Dementsprechend unterscheiden sich auch die feministische Theorie und Praxis.

Dialog mit indigenen Frauen, Frauen aus den Unterschichten und Migrantinnen:

Dekoloniale feministische Theorie kann nur im Dialog mit Frauen entstehen, die von kolonialbegründeten und global verbreiteten Ungleichheiten betroffen sind, wie zum Beispiel indigene Frauen, Frauen aus den Unterschichten und Migrantinnen in den Amerikas. Eine dekoloniale Perspektive in der Genderforschung bezieht diesen Dialog ihre Analyse mit ein.

Kulturelle Diversität:

Eine dekoloniale Genderperspektive bezieht in ihre Analyse gesellschaftlicher Zusammenhänge und Machtstrukturen nicht nur geschlechtsbezogene Unterschiede, sondern auch kulturelle Diversität mit ein; denn indigene Frauen, Frauen aus den Unterschichten und Migrantinnen sind auf sehr unterschiedliche Weisen von gesellschaftlichen Ungleichheiten und Differenzen betroffen.

Pluralität von Interessen und Erfahrungen:

Eine dekoloniale Genderperspektive betrachtet die Pluralität von Interessen und Erfahrungen von Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft. Zum Beispiel unterscheiden sich die Forderungen indigener Aktivistinnen vielerorts von den Anliegen urbaner Feministinnen, die aus akademisch-geprägten Kontexten stammen. Eine dekoloniale Genderperspektive zieht diese unterschiedlichen Anliegen und Forderungen in ihre Analyse mit ein.