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Interdisziplinäre Lateinamerikastudien (M.A.)

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Esther Stark, Projektkoordinatorin am Institut für Internationale Zusammenarbeit

Stellen Sie Ihren Beruf kurz vor: Wo sind Sie beschäftigt und wie sieht Ihr Berufsalltag aus (typische Tätigkeiten, etc.)?

Seit 2017 bin ich als Projektkoordinatorin (in Elternzeitvertretung) am Institut für Internationale Zusammenarbeit bei der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. in München beschäftigt. Die politische Stiftung ist sowohl im Aus- als auch im Inland mit verschiedenen Projekten und Arbeitsfeldern beschäftigt wie der Demokratie- und Friedensstärkung, Entwicklungszusammenarbeit und politischen Bildung. Zunächst war ich im Lateinamerika-Referat tätig, nun bin ich in das Referat Afrika südlich der Sahara gewechselt. Als Projektkoordinatorin bin ich zuständig für die ordnungsgemäße Abwicklung der Projektaktivitäten in der Region (von der Münchener Zentrale aus). Das beinhaltet Projektbeantragung, -steuerung, -kontrolle und -abrechnung, aber auch das Organisieren und Empfangen von Delegationen aus den Projektländern, dem Entsenden von Kurzzeitexperten in die Region und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit regionalen und projektspezifischen Themen. Der Beruf ermöglicht eine interessante Kombination aus administrativer und inhaltlicher Projektarbeit.

Ganz neu werde ich nun neben meiner regulären Stelle die Arbeit der stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragten in der Stiftung aufnehmen, zu deren Berufsalltag ich allerdings zu diesem Zeitpunkt noch keine genauen Angaben machen kann.

Warum haben Sie sich seinerzeit für das Studium der Interdisziplinären Lateinamerikastudien entschieden?

Bereits im Bachelor an der FU (Spanisch/e Philologie mit Lateinamerikanistik, Politikwissenschaft) beschäftigte ich mich mit entwicklungspolitischen und feministischen Themen, insbesondere im lateinamerikanischen Kontext. Mein Interessensschwerpunkt hatte sich damit schon herauskristallisiert und so suchte ich nach einem Masterstudium, das diesen eingehender bedient. Beruflich konnte ich mir zu jenem Zeitpunkt schon vorstellen, in der Internationalen- bzw. Entwicklungszusammenarbeit tätig zu werden. Das Studium am LAI hat mich besonders angesprochen, da ich mir nach einem ersten einführenden Semester einen thematischen Schwerpunkt setzen konnte – in meinem Fall in Form des Profilbereiches „Geschlechterverhältnisse, Lebensformen, Transformationen“. Zwar war ich ebenfalls an dem Profilbereich „Transformation und Entwicklung“ interessiert, jedoch konnte ich durch die Interdisziplinarität des Studiums sicher sein, dass sich manche Themenfelder und Methoden auch über die Profilbereiche hinweg überschneiden.

Wann haben Sie sich für Ihren aktuellen Beruf entschieden und haben sich Ihre Erwartungen daran, ggf. aus Ihrer Zeit als Studierende erfüllt?

Tatsächlich habe ich mich seit Ende des Studiums darum bemüht, eine Stelle im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit – mit regionalem Fokus auf Lateinamerika und/oder Gender-Schwerpunkt – zu finden. Insofern bin ich sehr zufrieden mit meiner aktuellen Anstellung, sowohl als Projektkoordinatorin im Institut für Internationale Zusammenarbeit als auch als angehende stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte. Spannend fände ich es jedoch auch, in einer (lokalen) Grassroot-Organisation zu arbeiten und so näher an der Projektrealität zu sein.

Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das Sie während des Studiums für Ihren aktuellen Beruf gelernt haben?

Meines Erachtens ist das kritische Denken ein essentieller Punkt, den ich während des Studiums beachtlich stärken konnte und der mich privat und beruflich sehr bereichert. Das Betrachten von Themen und Aspekten aus unterschiedlichen Perspektiven, das kritische Recherchieren und Aufarbeiten von Informationen, das interdisziplinäre Denken hat uns im Studium als eigenständige und hinterfragende Personen gestärkt. Ich denke, dass dies insbesondere im Bereich der EZ ein ganz wichtiger Aspekt ist, da hier schnell Machtverhältnisse ins Spiel kommen, die keinesfalls unreflektiert bleiben dürfen. Davon abgesehen sind die Inhalte des Studiums für mich natürlich relevant, sei es das regionale oder das Wissen um genderspezifische Themen.

Welche Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben, die für Ihren jetzigen Beruf nützlich oder essentiell sind?

Ich kann definitiv jeder*m Studierenden empfehlen, praktische Erfahrungen zu sammeln, sei es in Form von Praktika an für das spätere Berufsfeld relevanten Institutionen/Organisationen oder als studentische Hilfskraft/Werkstudierende. Und natürlich spielt Auslandserfahrung eine ganz wichtige Rolle, gerade in meinem Beruf; die kann z.B. im Rahmen einer Feldforschung für die Abschlussarbeit oder eines Auslandssemesters gesammelt werden.

Gibt es etwas im Studium, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Abgesehen von den spannenden (!) Inhalten des Studiums erinnere ich mich gerne an den offenen, freundlichen und solidarischen Umgang am Lateinamerika Institut, der zwischen den Studierenden selbst, aber auch zwischen Dozent*innen und Studierenden gepflegt wird. Ich kann mir keine bessere Lernatmosphäre vorstellen!

Welchen Rat würden Sie Studienanfänger*innen geben, die später ebenfalls Ihren Beruf ausüben möchten?

Meiner Meinung nach sollten Studienanfänger*innen diejenigen Themen im Studium wählen, die sie wirklich begeistern; denn diese Begeisterung, diese Motivation werdet ihr 1) bei der späteren Jobsuche ausstrahlen und 2) in eurem Beruf leben können.

Versucht so früh wie möglich Kontakte zu knüpfen, die euch interessierenden Berufsfelder durch Hospitationen und Praktika kennenzulernen und euch in den euch wichtigen Themenfeldern zu engagieren. Natürlich alles im Rahmen eurer Möglichkeiten und Kapazitäten!