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Interdisziplinäre Lateinamerikastudien (M.A.)

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Katharina Diekmann, Beraterin bei der GIZ in Malawi

Stellen Sie Ihren Beruf kurz vor: Wo sind Sie beschäftigt und wie sieht Ihr Berufsalltag aus (typische Tätigkeiten, etc.)?

Ich arbeite bei der GIZ in Malawi im Sozialen Sicherungsprogramm. Zunächst zwei Jahre als Entwicklungshelferin (EH), jetzt als Beraterin. Als EH habe ich in einem Distrikt in der Distriktverwaltung gearbeitet und gemeinsam mit meinen Distriktkollegen bei der Umsetzung der sozialen Sicherungsprogramme (u.a. Sozialtransfers, öffentliche Beschäftigungsprogramme, Dorfspargruppen) geholfen, Probleme und Best Practices identifiziert und Lösungsvorschläge entwickelt und dies an die nationale Ebene kommuniziert. Ich habe zwei Pilotprojekte entwickelt und umgesetzt, einmal zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in das öffentliche Beschäftigungsprogramm Malawis, einmal zur Rehabilitation von Wassereinzugsgebieten durch das öffentliche Beschäftigungsprogramm.

In meiner derzeitigen Tätigkeit unterstütze ich vor allem das Projektmanagement, bei der Erstellung von Berichten, Vorbereitung von Anträgen und der Planung und Vorbereitung der nächsten Projektphase. Außerdem arbeite ich auf nationaler Ebene zum Thema Capacity Development.

Warum haben Sie sich seinerzeit für das Studium der Interdisziplinären Lateinamerikastudien entschieden?

Ich habe im Bachelor internationales Management studiert mit einem Fokus auf Lateinamerika und wollte im Master den regionalen Fokus stärken und etwas von dem wirtschaftlichen Schwerpunkt hin zu einem mehr entwicklungspolitischen wechseln.

Wann haben Sie sich für Ihren aktuellen Beruf entschieden und haben sich Ihre Erwartungen daran, ggf. aus Ihrer Zeit als Studierende erfüllt?

Ich wollte schon seit Beginn meines Bachelors in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sein, ursprünglich in einer internationalen Organisation. Nach meinem Studium habe ich ein Praktikum und anschließend einige consultancies bei der internationalen Arbeitsorganisation gemacht und danach entschieden, dass mir dies zu sehr von der Implementierung entfernt ist. Daher habe ich dann nach Stellen gesucht, die implementierungsnäher sind.

Meine Erwartungen haben sich teils-teils erfüllt, schon bevor ich angefangen habe in diesem Bereich zu arbeiten, waren mir die Kritikpunkte der Entwicklungszusammenarbeit bewusst, und vieles sehe ich hier tatsächlich bestätigt. Auf der anderen Seite, sehe ich auch einige positive Beispiele, wo Projekte tatsächlich einen sinnvollen Beitrag leisten können. Da ich in meiner derzeitigen Position die Möglichkeit habe, unser Projekt inhaltlich mitzugestalten, versuche ich es so auszurichten, dass es wirklich positive Beiträge leisten kann.

Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das Sie während des Studiums für Ihren aktuellen Beruf gelernt haben?

Ich habe mich im Studium fachlich bereits viel mit dem Thema Soziale Sicherung, insbesondere zur Identifizierung von Anspruchsberechtigten beschäftigt. Dies war sicherlich sehr hilfreich für meine späteren Tätigkeiten, da ich dadurch eine gute fachliche Grundlage hatte. Auch den Überblick über die verschiedenen „Etappen“ der Entwicklungszusammenarbeit fand ich sehr hilfreich

Welche Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben, die für Ihren jetzigen Beruf nützlich oder essentiell sind?

In meiner Tätigkeit als EH, hätten mir ganz praktische Methoden zur Planung und vor allem Umsetzung von Projekten sehr stark geholfen, das Moderieren von Workshops mit Hilfe von Flipcharts und ohne Computer, die Anleitung von Gruppen, Umgang mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen etc.

In meiner derzeitigen Tätigkeit hätte es mir geholfen, mehr zum Thema Projektmanagement zu lernen.

Gibt es etwas im Studium, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Insgesamt, dass es die Möglichkeit gab sich auf das zu konzentrieren, dass mich am meisten interessierte und mein Studium dahingehend auszurichten.

Welchen Rat würden Sie Studienanfänger*innen geben, die später ebenfalls Ihren Beruf ausüben möchten?

Auf jeden Fall erstmal ganz praktische, implementierungsnahe Erfahrungen sammeln, mal eine Zeit in einem Dorf irgendwo in der Welt leben und verstehen wie das Leben dort funktioniert, was die Probleme und Lösungsansätze der Menschen dort aus ihrer eigenen Sicht sind. Versuchen so wenig wie möglich, eigene Vorstellungen und Ideen einzubringen, sondern vor allem zuzuhören.

Dies kann bereits im Rahmen des Studiums über Praktika oder auch Forschungsaufenthalte geschehen.