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Niederländische Philologie (B.A.)

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Auslandsstudium

Wieso ist ein Studienaufenthalt im niederländischen Sprachraum empfehlenswert? Gibt es dafür finanzielle Unterstützung?

Ein Studienaufenthalt an einer niederländischsprachigen Universität ist eine inspirierende Erfahrung und bringt viele Vorteile mit sich. Sie haben täglich die Gelegenheit, Ihre niederländischen Sprachkenntnisse anzuwenden und zu vertiefen. Sie gewinnen Einblicke in das alltägliche Leben in Flandern oder in den Niederlanden und lernen kulturelle Facetten kennen, die in den Seminaren nicht vermittelt werden. Neben der persönlichen Horizonterweiterung bietet ein Auslandsaufenthalt die Möglichkeit, fachliche Anregungen zu erhalten. An der ausländischen Universität können Sie beispielsweise für Ihre Abschlussarbeit recherchieren und die Forschungs­einrichtungen vor Ort nutzen. 

Zu den Kooperationen der Freien Universität Berlin mit verschiedenen Partneruniversitäten in den Niederlanden und Flandern finden Sie mehr Informationen auf der folgenden Seite.

Austauschprogramme

Im Rahmen von Austausch- und Kooperationsprogrammen der Freien Universität stehen Ihnen jährlich Studienplätze an ausländischen Universitäten zur Verfügung. Wenn Sie sich erfolgreich für das Direktaustauschprogramm der Freien Universität beworben haben, entfallen die Studiengebühren an der Partnerhochschule und es werden gegebenenfalls weitere Stipendienleistungen vergeben. Neben dem Direkt­austausch gibt es noch andere Austauschprogramme, wie beispielsweise das europäische Austauschprogramm Erasmus+. Für selbst organisierte Auslandsaufenthalte können Sie das Auslandsstipendium des DAAD oder das Mobilitätsprogramm PROMOS für Kurzaufenthalte in Anspruch nehmen. 

  • Das europäische Austauschprogramm Erasmus+ bietet Ihnen organisatorische und finanzielle Unterstützung bei der Durchführung Ihres Auslandsstudiums. Die Studiengebühren an der Partneruniversität entfallen und Sie erhalten einen Mobilitäts­zuschuss.
  • Der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) fördert individuell organisierte Studienaufenthalte, z.B. in Form von Jahresstipendien. Sie bewerben sich direkt beim DAAD; über die Vergabe der Stipendien entscheidet eine Auswahlkommission.

Wie seltsam es ist jeden Tag Deutsch zu sprechen, morgens keinen hagelslag auf dem Brot zu haben und die Strecke zur Uni mit der Ringbahn statt dem Fahrrad zurückzulegen… Tja, man merkt es schon: Ich bin offensichtlich in der Eingewöhnungsphase, denn seit Kurzem bin ich zurück aus den Niederlanden, wo ich fünf Monate – von Anfang September bis Ende Januar – an der Universiteit Utrecht studiert habe. Der Plan, ein Semester im Ausland zu verbringen, stand für mich schon lange fest.

Seit ich 2013 mit meinem Studium der Niederländischen Philologie begonnen habe, war mir klar: Ich will meine neuerworbenen Sprachkenntnisse nicht nur im universitären Kontext der FU nutzen, sondern die Probe aufs Exempel machen und eine Zeit lang im niederländischsprachigen Ausland wohnen und studieren.

Bereits 2009, während meiner Abitur-Abschlussfahrt nach Amsterdam, hatte ich mich in die Niederlande verliebt. Für meinen Erasmus-Aufenthalt habe ich mich jedoch für die etwas weniger bekannte Stadt Utrecht entschieden. Diese Entscheidung traf zum einen mein Geldbeutel (Amsterdam ist wohl die teuerste Stadt der Niederlande), zum anderen mein Sprach-Gewissen (Amsterdam ist eine sehr internationale Stadt, in der es durchaus passieren kann, dass man sofort auf Englisch angesprochen wird), denn ich wollte mich während meines Erasmus-Semesters nicht auf Englisch ‚durchschlagen‘, sondern vor allem so viel wie möglich Niederländisch sprechen und die Lebensweise der Niederländer besser kennen lernen.

Ein Dach überm Kopf

Aus diesen Grund war eine kleine WG mit niederländischen Studenten für mich sehr viel passender als ein internationales Studentenwohnheim. Gefunden habe ich mein WG-Zimmer schließlich auf der Facebook-Seite Kamer in Utrecht. Die Angebote auf dieser Seite sind vornehmlich auf Niederländisch verfasst und meistens muss man sich persönlich während eines sogenannten hospiteeravond bei der WG vorstellen – die meisten Niederländer können zwar gutes Englisch, meiner Erfahrung nach wollen sie daheim aber gern ihre Muttersprache sprechen.

Ich hatte das Glück, sehr früh die Zusage für ein Zimmer zu bekommen ohne einen dieser berühmt-berüchtigten hospiteeravonden mitzumachen, da meine Mitbewohner ein Kennenlernen per Skype akzeptierten. Durchschnittlich muss man jedoch – so wird unter Utrechter Studenten gemunkelt – 11 bis 15 hospiteeravonden durchstehen, bevor man die Zusage für ein Zimmer bekommt. Es ist also „Durchhalten“ angesagt…

… was sich aber lohnt, sobald man ein Zimmer im wunderschönen Utrecht hat. Die empfehlenswertesten Wohngegenden, auch was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, sind die Viertel Lombok und Zuilen – zwei typische Arbeiterviertel mit einem tollen Charme, die zwar nicht ganz zentral gelegen, aber immer noch in Nähe der Innenstadt sind (mit dem Fahrrad braucht man circa eine Viertelstunde bis zum Zentrum und ebenso lang zum Drift, wo die meisten Gebäude der Geisteswissenschaften zu finden sind).

Notensystem streng, Arbeitsaufwand hoch

Das Notensystem in den Niederlanden ist sehr streng. Die Noten reichen von 1 bis 10, wobei 10 die höchste zu erreichende Note ist. Oder besser gesagt, sie wäre die höchste zu erreichende Note, wenn sie denn erreichbar wäre. Eine kleine Geschichte dazu: Ich habe mich mal mit ein paar niederländischen meiden zum Kaffee getroffen und dabei ist herausgekommen, dass keine der Anwesenden auch nur jemanden kennt, der es jemals geschafft hätte eine 10 zu bekommen. Zwar gibt es gerüchteweise Studenten, die eine glatte 9 bekommen haben, aber die richtig guten Studenten freuen sich bereits außerordentlich über ihre 8 oder 8,5.

Der Arbeitsaufwand an der Universität Utrecht ist hoch. Man kann jede Woche mit mehreren Deadlines und benoteten Abgaben rechnen. Die Hausarbeiten, oder papers, werden nicht entspannt während der Semesterferien geschrieben, sondern in der letzten Woche des jeweiligen bloks. Das niederländische Studienjahr kennt vier bloks, im Gegensatz zu zwei Semestern.

Im Gegenzug dazu erhält man eine hohe Studienqualität. Zum Beispiel sind die Seminargruppen angenehm klein. Dadurch werden Gruppenarbeiten möglich und jeder Student kann zu Wort kommen.

Unterwegs in Utrecht

Eine der ersten Anschaffungen, die ich in Utrecht getätigt habe, war – ganz klischeehaft – ein Fahrrad. Der öffentliche Personennahverkehr ist teuer und mit dem fiets erreicht man eigentlich alles in unter 40 Minuten, selbst den für Utrechter Verhältnisse weit entfernten Uithof. Ich habe mein Fahrrad für 80 Euro in einem der vielen Second-Hand-Fahrradläden am Amsterdamsestraatweg gekauft. Für weniger Geld kann man auch Fahrräder im Internet, zum Beispiel auf marktplaats.nl finden.

Als ich schließlich mein Fahrrad hatte, habe ich es natürlich nicht nur genutzt, um zur Uni zu fahren, sondern auch um meine Lieblingsplätze in Utrecht zu besuchen. Ich liebe Essen und daher ist es nicht verwunderlich, dass das Café Carla, der Burgerladen Meneer Smakers und der fantastische surinamische Imbiss Moksi & Tandoori zu diesen Lieblingsplätzen gehören. Aber auch durch die Second-Hand-Läden in der Voorstraat zu schlendern, oder abends einen Film in dem wunderschönen kleinen Kino ‘t Hoogt zu genießen, kann ich nur empfehlen.

Was bleibt?

Wenn ich meine erste Woche mit meiner letzten Woche in Utrecht vergleiche, bin ich verblüfft, wie viel sich innerhalb von fünf Monaten verändern kann. In der ersten Woche hatte ich kontinuierlich das Gefühl, überfordert zu sein – mit dem universitären System, mit der Sprache, mit all den Abgabeterminen, die es einzuhalten galt. Alles war neu für mich und ich kannte noch niemanden. Während meiner letzten Woche habe ich nochmal alle Freunde getroffen, die ich in Utrecht kennen gelernt hatte. Dabei ist mir erst aufgefallen, mit wie vielen tollen Leuten ich eigentlich Bekanntschaft gemacht habe. Ich saß mit ihnen ein letztes Mal im Zug, oder im Café oder wir fietsten durch die Stadt. Alles war so vertraut und wir haben uns auf Niederländisch unterhalten ohne dass ich besonders darüber nachdenken musste.

Von Yvonne Festl, erschienen als Gastbeitrag im FU-Blog Nederlands, Beobachtungen zur niederländischen Sprache am 20.04.2016