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Kunstgeschichte (B.A.)

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Dr. Ralph Paschke, Dezernatsleiter beim Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege

Stellen Sie Ihren Beruf kurz vor: Skizzieren Sie Ihren Berufsalltag.

Die Schilderung meines Berufsalltags bereitet mir große Probleme, denn dieser hat sich im Laufe meines 22-jährigen Berufslebens in der Denkmalpflege nicht ohne eigenes Zutun  zu einem ganz persönlich zugeschnittenen, nicht verallgemeinerbaren Berufsfeld entwickelt: Ich leite das Dezernat Inventarisation im brandenburgischen Landesdenkmalamt (einschließlich der Festlegung methodischer Grundsätze), bin für die Denkmalinventarisation in der Landeshauptstadt Potsdam zuständig. Zugleich bin ich aber auch für die Organisation und verantwortliche Redaktion der Amtszeitschrift "Brandenburgische Denkmalpflege" verantwortlich sowie für die Redaktion des Dehio-Handbuchs Brandenburg und der Denkmaltopographien des Landes. Außerdem vertrete ich das Land Brandenburg als Mitglied in der Arbeitsgruppe Inventarisation in der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, genauso wie die Sparte Denkmalpflege im Kompetenznetzwerk der Deutschen Digitalen Bibliothek. Seit 2002 nehme ich nebenbei auch Lehraufträge an der Freien Universität zur "Denkmalkunde" wahr.


Warum haben Sie sich seinerzeit für ein Studium der Kunstgeschichte entschieden?

Meine Entscheidung, Kunstgeschichte im Hauptfach zu studieren, hatte (ehrlich gesagt) mit meinem späteren Beruf nichts zu tun: Ich habe Kunstgeschichte gewählt, weil die Wahl meines Erststudienfachs Physik sich als enttäuschend herausgestellt und ich mich in dessen erstem Semester gefragt hatte, an was ich denn w i r k l i c h Interesse habe. Und da standen die Begeisterung für gotische Kathedralen und Caspar David Friedrich eher im Vordergrund, als der Gedanke an einen Beruf, der wie sich später herausstellte sich im Vorhinein kaum vorstellen lässt.


Wann haben Sie sich für Ihren aktuellen Beruf entschieden?

Für meinen aktuellen Beruf habe ich mich nicht entschieden, sondern ich wurde aufgrund meiner (Mit-)Organisation und Bearbeitung des Berliner Dehio-Bandes schlicht gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mich als Quereinsteiger in der Denkmalpflege zu betätigen. Die Arbeit in einem Landesdenkmalamt zeichnet sich durch einen unglaublich abwechslungsreichen Arbeitsalltag (inhaltlich) und häufigen Kontakt mit Menschen aus Denkmaleigentümern, Kolleginnen und Kollegen im Haus und in unteren Denkmalschutzbehörden oder in Institutionen über die Landesgrenzen hinaus.


Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das Sie während des Studiums für Ihren aktuellen Beruf gelernt haben? Was hat gefehlt?

Das wichtigste, was ich in der Rückschau während meines Studiums für meinen aktuellen Beruf gelernt habe, ist die herausragende Bedeutung eines Überblicks über sämtliche Felder der Kunstgeschichte von frühchristlicher Architektur über Buchmalerei des Mittelalters bis zur Fotografie des 20. Jahrhunderts sowie die konzentrierte Beachtung des konkreten Artefakts: "genau hinsehen" wie mein Doktorvater Heinrich Thelen gerne betonte. Außerdem: Texte wenn möglich stets im Original lesen! Und, niemals zu vergessen: Forschung immer auch interdisziplinär betreiben.


Welchen Rat würden Sie Studienanfängerinnen und Studienanfängern geben, die später ebenfalls Ihren Beruf ausüben möchten?

Mein dringender Rat an Studienanfängerinnen und Studienanfänger wäre: So früh wie möglich zu versuchen, mit Kommilitoninnen und  Kommilitonen eine eingeschworene Arbeitsgruppe zu bilden, in der man sich fachlich austauscht und "echt" kritisiert. Geplante Referate vorbesprechen, gemeinsame Museumsbesuche durchführen, später Kapitel der Abschlussarbeit diskutieren. Zu sehr wurde in meinem Studium auf Scheine-Sammeln und (strukturelle) Effizienz ausgerichtet, zu wenig wurde auf "echte" Auseinandersetzung mit thematischen und methodischen Ansätzen eingegangen.

Mein zweiter Rat: Selbstzweifel sind normal, auch mal depressive Anwandlungen; man sollte sich jedoch nicht davon einschüchtern lassen, sondern immer im Hinterkopf behalten: Es gilt, sich von der Macht der Dinge mitreißen zu lassen und selbst "Biss" zu entwickeln. Wenn man entdeckt hat, dass man im unglaublich weiten Feld der Kunstgeschichte, das zunächst unüberschaubar erscheint, kleine, feste Standorte entwickeln kann, wenn man sich intensiv mit dem gewählten (Referats- oder Hausarbeits-) Gegenstand auseinandersetzt und sich mit anderen darüber austauscht, dann wächst auch die Sicherheit, mit dem Fach das richtige gewählt zu haben: Beste Voraussetzung für jede berufliche Facette, für die das Studium der Kunstgeschichte qualifiziert.