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Lateinische Philologie (B.A.)

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Textkritische Apparate (Methoden des Faches)

Zu fast jedem antiken Text sind zahlreiche Handschriften und andere Quellen vorhanden, sodass jeder Herausgeber einer textkritischen Edition vor der Aufgabe steht, den Text herauszufiltern, der dem Originaltext am nächsten kommt.

In dem sogenannten textkritischen Apparat, der am unteren Seitenviertel dem Text beigegeben ist, informiert der Herausgeber daher über die Lesarten verschiedener Handschriften, Konjekturen, relevante Parallelstellen und Besonderheiten des/der Textzeugen wie z.B. Beschädigungen, Korrekturen über der Zeile oder am Rand etc.

Es gibt zwei Arten von textkritischen Apparaten: Der positive Apparat verzeichnet zunächst die Lesart, die im Text steht, bevor dann Lesarten verschiedener Handschriften etc. und andere Informationen folgen, z.B. 26 caput: capitis MV. Im lateinischen Text der vorliegenden Edition steht also im Vers 26 caput, während die Handschriften MV capitis aufweisen. Der negative Apparat dagegen verzeichnet nur die anderen Lesarten, z.B. 26 capitis MV.

Im textkritischen Apparat werden einige Abkürzungen verwendet, die man zu Beginn des Studiums lernen sollte. Ein Verzeichnis der gebräuchlichen Abkürzungen finden Sie unten aufgeführt.

add.

addidit

hat hinzugefügt

ad l./ ad loc.

ad locum

zur Stelle

adscr.

adscripsit

hat dazugeschrieben

cet./ cett.

ceteri

alle übrigen

cf.

confer

vergleiche, siehe

cod., codd.

codex, codices

Handschrift(en)

coni.

coniecit

hat vermutet

del.

delevit

hat getilgt

em.

emendavit

hat berichtigt

i.m.

in margine

am Rand

i.t.

in textu

im Text

mut.

mutavit

hat verändert/vertauscht

om.

omisit

hat ausgelassen

Quelle: Riemer, P./Weißenberger, M./Zimmermann, B.: Einführung in das Studium der Gräzistik, München 2008.

Zur einführenden Literatur sei empfohlen:

  • Graf, Fritz: Einleitung in die lateinische Philologie, Stuttgart 1997.
  • Maas, P.: Textkritik, Leipzig4 1960.
  • West, M.L.: Textual Criticism and Editorial Technique, Stuttgart 1973.
Ordnen Sie mit Hilfe des Abkürzungsverzeichnisses die Bestandteile des textkritischen Apparats in der Abbildung sinnvoll zu!

succipiunt

 

249

 

codd.

 

Serv.

 

MPR

 

om.

 
1.

omisit

2.

Versangabe

3.

Lesart aus einer anderen Handschrift

4.

codices

5.

Servius (Vergilkommentator aus dem vierten Jahrhundert)

6.

Handschriften

Der korrekte Umgang mit dem textkritischen Apparat ist bei dem Studium der Lateinischen Philologie von großer Bedeutung, da wir täglich mit textkritischen Editionen arbeiten.

Da eine textkritische Edition niemals den wirklichen Originaltext enthält, sondern lediglich einen Text, der diesem so nahe wie möglich kommt, ist es wichtig, bei der Arbeit und Interpretation bestimmter Passagen andere Lesarten, Konjekturen und andere Informationen zu berücksichtigen.

Aus diesem Grund wird bereits im ersten Semester des Studiums der korrekte Umgang mit einer textkritischen Edition und dem Apparat im Methodenkurs ausführlich behandelt und geübt.