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Chinastudien (B.A.)

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Wortbildung im modernen Chinesisch

Viele moderne, im Westen entstandene Begriffe und Konzepte, ebenso wie diverse westliche Orts-, Marken- und Eigennamen, gab es im Chinesischen ursprünglich nicht. Erst in Form sogenannter „Neologismen“ - Neuprägungen von Worten - fanden sie Eingang in die chinesische Sprache. Dabei bildeten sich drei Prinzipien der Wortbildung heraus:

  1. Lautmalerische Übersetzung. Hierbei wurden Schriftzeichen herangezogen, die in Kombination nur lautlich, aber nicht inhaltlich, den zu übersetzenden Begriffen entsprechen. Sehr häufig sind solche lautmalerischen Übersetzungen am Englischen orientiert. Beispiele sind die Pizza (披萨 pīsà) und die Stadt Berlin (柏林 Bólín).
  2. Übersetzung nach der Bedeutung. Hierbei wurden chinesische Schriftzeichen mit der ihnen innewohnenden Bedeutung herangezogen und kombiniert, um neue Begriffe dem Sinn nach wiederzugeben. Beispiele sind der Computer (电脑 diànnǎo, zusammengesetzt aus den Schriftzeichen „elektrisch“ und „Gehirn“) und die Demokratie (民主 mínzhǔ, zusammengesetzt aus den Schriftzeichen „Volk“ und „Herrscher/Meister“). Diese Methode der Wortbildung ist insofern Erfolg versprechend, als die Menschen sich durch die Kombination bekannter Begriffe und Konzepte die Bedeutung neuer Wörter sofort erschließen können, was rein lautmalerisch nicht möglich ist. So wurde das Konzept der "Demokratie" ursprünglich rein laumalerisch als "démókèlāxī" übersetzt, was sich allerdings nicht durchsetzen konnte, da die Menschen sich nichts darunter vorstellen konnten.
  3. Eine Kombination der beiden oben genannten Arten. Hierbei ist jeweils ein Teil des chinesischen Neologismus an der Aussprache des zu übersetzenden Wortes orientiert, ein anderer Teil aber deutet auf seine Bedeutung hin. Beispiele sind die Bar (酒吧 jiǔba: jiǔ bedeutet „alkoholisches Getränk“, ba gibt einfach den Klang des englischen Wortes Bar wieder) und Ballett (芭蕾舞 bālěiwǔ: die Silben bālěi ähneln dem Wort Ballett phonetisch, wǔ bedeutet „Tanz“).

Aufgabe 1

Bitte versuchen Sie, zu eruieren, welche Begriffe bzw. Eigennamen hier lautmalerisch ins Chinesische übersetzt wurden, und ordnen Sie die Neologismen den richtigen Bildern zu. Zur Lösung dieser Aufgabe können Sie sich an den Tipps zur Aussprache des Chinesischen orientieren.

Chinesische Silben setzen sich aus Anlauten (Konsonanten am Anfang der Silbe) und Auslauten (am Ende der Silbe, von einem Vokal eingeleitet) zusammen. Die Aussprache der gesamten Silbe ergibt sich durch die Kombination von An- und Auslaut. Ausnahmen sind Fälle, in denen Auslaute selbständige Silben bilden (z.B. e, a, o, ai, an, etc.).

Fast alle Laute des Chinesischen gibt es im Deutschen auch. Allerdings fällt uns die Aussprache einiger chinesischer Laute, die im deutschen Lautrepertoire nicht so häufig vorkommen, am Anfang relativ schwer. Hier kann man sich auf zwei Arten abhelfen. Erstens mit Eselsbrücken, indem man die Laute des Chinesischen im Deutschen wiederzufinden versucht. Zweitens mit phonetischen Hilfestellungen zur Lautbildung.

Zur Lösung der folgenden Aufgabe werden nun ein paar Eselsbrücken vorgestellt, mit deren Hilfe die Aussprache einiger schwieriger An- und Auslaute gemeistert werden kann.

Schwierige Anlaute (“Zischlaute”)

j

weich gesprochen, wie in „Fiji“ oder "Mädchen" ("dch")

q

hart gesprochen, wie in „Hatschi!“ oder "Flittchen" ("tch")

x

kein genaues Äquivalent im Deutschen, am ehesten wie „ch“ in „kichern“

zh

weich gesprochen, wie in „Dschungel, Job“

ch

hart gesprochen, wie das Geräusch eines fahrenden Zuges: „chuchuchu“

r

retroflexes „r“ wie im Englischen („red, rule“)

z

weich gesprochen, wie das Geräusch von Strom: „zzzzzz“

c

hart gesprochen, wie wenn man jemanden tadelt: „tztztztztz“

Schwierige Auslaute (Einfache Vokale)

e

retroflexer Vokal „[ə]“, ähnlich dem Laut „öa“, den man zum Ausdruck von Ekel macht

i

„i“

ABER: wird nach den “Zischlauten” „zh, ch, sh, r, z, c, s“ als „stummes i” gesprochen, wie der Nachklang des Summens einer Mücke: “ssssss(iiiiii)”

[als selbständige Silbe „yi“ geschrieben, Aussprache „i“]

u

„u“

ABER: wird nach den „Zischlauten“ „j, q, x“ als „ü“ gesprochen!

[als selbständige Silbe „wu“ geschrieben, Aussprache „wu“]

 

David Beckham

 

Coca-Cola

 

Barack Obama

 

Titanic

1.

Tàitǎnníkè

2.

Àobāmǎ

3.

Bèikèhànmǔ

4.

Kěkǒukělè

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Aufgabe 2

Bitte versuchen Sie, zu eruieren, welche Begriffe bzw. Eigennamen hier lautmalerisch ins Chinesische übersetzt wurden, und ordnen Sie die Neologismen den richtigen Bildern zu. Zur Lösung dieser Aufgabe können Sie sich an den Tipps zur Aussprache des Chinesischen orientieren.

 

Italien

 

Angela Merkel

 

Schokolade

 

Sisi (Kaiserin Elisabeth), wörtlich: Prinzessin Sisi

1.

Yìdàlì

2.

Xīxī gōngzhǔ

3.

qiǎokèlì

4.

Mòkè'ěr

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