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Politikwissenschaft – Affaires Internationales/Affaires Européennes (M.A.)

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Tilmann Scherf, Attaché im Auswärtigen Amt

Stellen Sie Ihren Beruf kurz vor: Wie sieht Ihr Berufsalltag aus (typische Tätigkeiten, Arbeitszeiten etc.)?

Seit Sommer 2019 absolviere ich den 12-monatigen Vorbereitungsdienst zur Laufbahn im höheren Auswärtigen Dienst in Deutschland.

Als Attaché im Referat für Grundsatzfragen Subsahara-Afrika setze ich mich für die Vertiefung der EU-Afrika Beziehungen ein und bin z.B. mit meinem Team in die inhaltliche Vorbereitung von Gipfeltreffen zwischen der EU und der Afrikanischen Union (AU) eingebunden. In meinen Aufgabenbereich fallen die Themenbereiche Frieden und Sicherheit, Außenwirtschaftsförderung, nachhaltige Entwicklung sowie Kultur und Bildung in Afrika.

Das Themen- und Aufgabengebiet im Auswärtigen Dienst ist breit gefächert. Beamtinnen und Beamte im höheren Auswärtigen Dienst werden in der Regel alle drei bis vier Jahre an einen neuen Dienstort im In- oder Ausland versetzt. Sie arbeiten z.B. entweder in der Zentrale des Auswärtigen Amts oder in den über 200 Auslandsvertretungen Deutschlands (z.B. Botschaft, Generalkonsulat, Ständige Vertretung bei der EU oder den UN, etc.).

Falls Ihr mehr über das Berufsbild des höheren Auswärtigen Diensts erfahren möchtet, findet Ihr die wichtigsten Informationen hier: https://www.auswaertiges-amt.de/de/karriere/auswaertiges-amt/hoeherer-dienst.

Welchen Studiengang haben Sie gemacht?

Sécurité internationale, PSIA, Jahrgang 2011-2013

Warum haben Sie sich seinerzeit für dieses Studium Politikwissenschaft entschieden?

Natürlich reizte mich von vorne herein die Perspektive, ein zweijähriges Masterstudium auf zwei so tolle Städte wie Paris und Berlin aufzuteilen. Auch sind Sciences Po Paris und die FU Berlin von ihrer akademischen Orientierung, Lehre und Studentenschaft her sehr verschieden. Dies ermöglich den Studierenden, aus beiden Systemen das Beste mitnehmen zu können.

Im Rahmen der Politikwissenschaften/Internationalen Beziehungen interessierten mich besonders sicherheitspolitische Fragestellungen. Die PSIA der Sciences Po ermöglichte mir eine Spezialisierung im Fachbereich „Sécurité Internationale“.

Wann haben Sie sich für Ihren aktuellen Beruf entschieden und haben sich Ihre Erwartungen daran, ggf. aus Ihrer Zeit als Studierender erfüllt?

Der Wunsch, in meinem zukünftigen Beruf Außen- und Europapolitik aktiv mitgestalten zu können, hat mich durch meine Studienzeit begleitet.

Der Auswärtige Dienst bietet dabei nicht nur den einen Job, sondern eine Vielzahl von Berufen an unterschiedlichen Orten im Rahmen einer festen Beamtenposition. Diese Kombination von Flexibilität einerseits und Jobsicherheit andererseits ist sicherlich für viele attraktiv. Bei der Entscheidung ist eines immer mitzudenken: der ständige Postenwechsel mag reizvoll sein, erfordert aber ein hohes Maß an Versetzungsbereitschaft seitens der MitarbeiterInnen und ihrer Angehörigen.

Meine Erwartungen aus der Studienzeit haben sich in jedem Fall erfüllt. Die wertvollen Einblicke, die man im diplomatischen Dienst in politische Entscheidungsprozesse erhält, sind mit nicht vielen anderen Jobs vergleichbar.

Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das Sie während des Studiums für Ihren aktuellen Beruf gelernt haben?

Flexibilität, Weltgewandtheit, politisches Denken und die Notwendigkeit kritischer Reflektion über komplexe, globale Zusammenhänge.

Welche Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben, die für Ihren jetzigen Beruf nützlich oder essentiell sind?

  • Fremdsprachen (auch und vor allem Französisch),
  • Arbeitserfahrung in internationalen (auch Nicht-)Regierungsorganisationen (siehe hierzu z.B. Carlo-Schmid-Programm oder Mercator Kolleg für Internationale Aufgaben),
  • Interkulturelle Kompetenz.

Gibt es etwas im Studium, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

  • An Sciences Po: das tolle Seminar beim ehem. UN-Sondergesandten Lakhdar Brahimi zu internationaler Konfliktlösung;
  • An der FU Berlin: den anfänglichen ‚Kulturschock‘ (nicht negativ verstanden!) bei der Eingliederung ins deutsche Hochschulsystem.

Bis auf den heutigen Tag halte ich regen Kontakt zu vielen Freundinnen und Freunden aus dem Doppelmaster. Sie bleiben mir hoffentlich fürs Leben erhalten. Obwohl wir inzwischen in verschiedene Richtungen verstreut sind (Brüssel, London, Paris, Berlin…), treffen wir uns mindestens einmal im Jahr.

Welchen Rat würden Sie StudienanfängerInnen geben, die später ebenfalls Ihren Beruf ausüben möchten?

Nicht zu verbissen und mit Scheuklappen auf ein Ziel hinarbeiten, sondern links und rechts die Augen offenhalten und die Herausbildung seiner Persönlichkeit nie außer Acht lassen!