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B.A. Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

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Was ist AVL?

Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL) zeichnet sich im Gesamtfeld literaturwissenschaftlicher Studienfächer in zweierlei Hinsicht aus. Anders als in den  einzelphilologischen oder nationalphilologischen Fächern (Germanistik, Romanistik, Anglistik., Slawistik u.a.) liegt der Schwerpunkt auf einer vergleichenden Perspektive. Literatur und ihre Geschichte werden nicht unter dem Gesichtspunkt nationalsprachlicher oder nationalhistorischer Besonderheiten, sondern in ihrer transnationalen Dynamik verstanden. Das berührt die Grundlagen des Verständnisses von Literatur überhaupt. Außerdem hat die AVL, im Unterschied zur obligatorischen Kombination von Sprach- und Literaturwissenschaft in den Einzelphilologien, ihren alleinigen Schwerpunkt in der Literatur.

Neben diesem vergleichenden Aspekt, dem „V“ in der AVL ist es das „A“, die „Allgemeine Literaturwissenschaft“, die unser Fach zugleich aber auch von einem älteren Verständnis der „Komparatistik“ unterscheidet. Komparatistik beschränkte sich des Öfteren auf einen Vergleich von literarischen Gegenständen vor dem Hintergrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nationalliteratur.  Die AVL hingegen versteht sich eher in einer Tradition des literarischen Wissens jenseits nationalsprachlicher oder -historischer Kategorien, die von den antiken Rhetoriken und Poetiken über die philosophische Ästhetik  des 18. und 19. Jahrhunderts bis in die modernen Zeichentheorien, Morphologien und anthropologischen Ästhetiken reicht. Der transnationale Ansatz der AVL erlangt unter den Bedingungen der Globalisierung und besonders unter dem theoretischen Einfluss der Postcolonial Studies mit ihrer Kritik eurozentristischer Positionen eine wachsende politische Relevanz. Gleichzeitig ist eine offene Diskussion europäischer Kulturidentitäten und des diesbezüglichen Beitrags der Literaturen von größter Aktualität. Am Peter Szondi-Institut liegt der Schwerpunkt der Forschungs- und Lehrthemen auf Literaturen in Sprachen europäischer Herkunft. Das schließt auch die in diesen Sprachen verfassten außereuropäischen Literaturen ein.

Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen danach, was Literatur, unter wechselnden historischen Bedingungen, als Kunstform und als mediale (schriftliche und mündliche) Praxis, jeweils ausmacht. Uns interessiert, wie Literatur als Wissensform einzigartige Erkenntnismöglichkeiten bietet und wie Literatur in sozialen Zusammenhängen funktioniert. Wovon sprechen wir, wenn wir von “poetischer Sprache” sprechen, was unterscheidet eigentlich die literarische Sprache von nichtliterarischer? Wie lassen sich die poetischen Verfahren und narrativen Strukturen von Texten beschreiben? Worin besteht der besondere Reiz der Lektüre, das, was wir “ästhetische Erfahrung” nennen? Wie lassen sich die affektiven und erkenntnisbezogenen Wirkungen bestimmen, die Literatur auf uns hat? Wie wird Literatur performativ – also im Akt oder der Szene des Schreibens/des Lesens und des Sprechens/Hörens – realisiert?