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Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (B.A.)

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Annette Wassermann, Pressesprecherin und Lektorin im Verlag Klaus Wagenbach

Stellen Sie Ihren Beruf kurz vor: Wie sieht Ihr Berufsalltag aus (typische Tätigkeiten, Arbeitszeiten etc.)?

Ich kümmere mich als Pressedienstleisterin um die „Ein- und Ausfuhr“ von Informationen, als Lektorin um die inhaltliche Programmgestaltung und Textarbeit.

Aufgabenbereiche u.a.:

  • Konzeption von Pressestrategien und Platzierung von Nachrichten
  • Regelmäßige Berichte an die Geschäftsführung
  • Vermittlung von Büchern, Inhalten und Veranstaltungen an die Medien
  • Organisation von Interviews, Pressekonferenzen, Podiumsdiskussionen, Großveranstaltungen und Lesereisen
  • Regelmäßige Redaktionsbesuche, Erweiterung der persönlichen Kontakte
  • Moderation von Veranstaltungen
  • Mitarbeiterführung (Aufgabenverteilung innerhalb der Presseabteilung, Zusammenarbeit mit Übersetzern und Autoren)
  • Ausbildung von Praktikanten, Volontären, Lehrlingen
  • Redaktionelle Betreuung der Internetseiten und Verfassen regelmäßiger Newsletter
  • Erstellen von Pressemappen und Pressemitteilungen
  • Pflege der Datenbank
  • Akquisition und Lektorat von Literatur und Sachbüchern (Gutachten, Verfassen von Vorschau- und Klappentexten, Redaktion, inhaltliche Konzeption)

Normalerweise arbeite ich von 9 bis 18 Uhr, doch wegen häufiger Dienstreisen und vieler Abendtermine ist das nicht ganz regelmäßig.

Warum haben Sie sich für dieses Studium entschieden?

Ich wollte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studieren, weil es eben keine Nationalphilologie sein sollte. Bis heute ist für mich ein mehrsprachiger, vergleichender Ansatz die einzig legitime Weise analytisch mit Literatur umzugehen.

Wann haben Sie sich für Ihren aktuellen Beruf entschieden und haben sich Ihre Erwartungen daran, ggf. aus Ihrer Zeit als Studierende erfüllt?

In meinen aktuellen Beruf bin ich nach dem Studium und über weitere Praktika, an die sich Volontariate anschlossen, eher „hineingeraten“. Während des Studiums wollte ich eigentlich Literaturkritikerin werden bzw. eventuell auch eine Hochschulkarriere versuchen, doch im Verlag kam plötzlich all das zur Anwendung, was ich in ungezählten Praktika bis dahin gelernt hatte, und bis heute macht mir dieser Beruf großen Spaß. Nicht zuletzt natürlich, weil mein Arbeitgeber ein unabhängiger Qualitätsverlag ist…

Was ist das Wichtigste, das Sie während des Studiums für Ihren aktuellen Beruf gelernt haben?

Zusammenhänge schnell erfassen, Texte querlesen und das Wesentliche extrahieren, Flexibilität, selbstorganisiertes Arbeiten.

Welche Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben, die für Ihren jetzigen Beruf nützlich oder essentiell sind?

Sprachen, Auslandserfahrungen, journalistisches Handwerkszeug

Gibt es etwas im Studium, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Vielerlei. Gute Lehrer*innen, nette Kommilitonen (mit vielen bin ich noch heute befreundet), angeregte Streitgespräche, unvergessliche Partys. Und unsere wunderbare Bibliothek im Hüttenweg, wo sich damals das Peter-Szondi-Institut befand.

Welchen Rat würden Sie Studienanfänger_innen geben, die später ebenfalls Ihren Beruf ausüben möchten?

Nehmen Sie sich Zeit. Denn in einer rätselhaften Welt, die bei aller Transparenz undurchsichtig bleibt und sich eben nicht selbst erklärt, sondern gedeutet werden will, bedarf es gut ausgebildeter, im Lesen geschulter Geistesarbeiter, die in der Lage sind, diese hermeneutische Aufgabe zu bewältigen, die sich als Seismographen des Zeitgeistes Gehör verschaffen, und von dieser ethischen Regulierungsarbeit auch leben können. Es bedarf wortgewandter Menschen, die in kritischer Geistesgegenwart fähig sind, die Welt zu lesen, ihren Text zu bewerten und auf die Gesellschaft einzuwirken.

Ob aus Ihnen später einmal Journalistinnen oder Lektoren werden, Lehrer oder Kulturmanagerinnen, Professorinnen oder Politiker, online-Redakteure oder Ghostwriter: Gesellschaftskritik und Aufklärung bleiben die vornehmsten Aufgaben der Geisteswissenschaften.

 

Also lesen Sie viel und denken Sie selbst. Denken Sie erst nach, und dann voraus.