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Osteuropastudien (M.A.)

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Politik

Nach der Bearbeitung einer Aufgabe können Sie durch Drücken auf den Ergebnis-Button am unteren Ende der Seite prüfen, ob Sie mit Ihrer Antwort richtig oder falsch gelegen haben, und Sie erhalten ein inhaltliches Feedback zu Ihrer Antwort.

Hinweis: Die folgenden Fragen umfassen Multiple-Choice und Multiple-Answer-Aufgaben. Somit kann es eine bzw. mehrere richtige Antwortmöglichkeiten geben. Dass mehrere Antwortoptionen richtig sein können, erkennt man an den eckigen Kästen vor den Antworten.

Am Arbeitsbereich Politik des Osteuropa-Instituts legen wir großen Wert auf eine vergleichende Vorgehensweise bei der Analyse von gesellschaftlichen und politikwissenschaftlich relevanten Phänomenen. Haus- und Masterarbeiten müssen anhand eines positivistischen Forschungsdesigns verfasst werden. Am Anfang eines solchen Designs steht immer die Beschreibung eines puzzles, also eine besonders interessante und verblüffende empirische Beobachtung.

Um ein puzzle analysieren zu können, benötigt man im ersten Schritt die Festlegung einer „Warum“-Fragestellung. In der folgenden Übung sollen sie bewerten, welche Fragestellungen im Rahmen eines positivistischen Forschungsdesigns als gut angesehen werden können. Bitte klicken Sie unten „gut“ oder „schlecht“ an und begründen Sie Ihre Antwort für sich. Eine vorgegebene Beispielantwort öffnet sich für Sie, wenn Sie das jeweilige Feld anklicken.

Warum hat der Prozess der Globalisierung immer nur negative Konsequenzen für die Arbeiterschaft?

Diese Fragestellung ist keine gute „Warum“-Fragestellung, da sie u.a. von vorne herein eine normative Konnotation besitzt. Was versteht der Autor unter „negativen Konsequenzen“? Was genau soll erklärt werden? Welches puzzle verbirgt sich hinter der Fragestellung? 

Wie lässt sich das außenpolitische Verhalten Putins zu Beginn des Jahres 2014 erklären?

Dies ist sicherlich eine spannende Fragestellung, es ergeben sich allerdings folgende Probleme. Erstens handelt es sich um keine richtige „Warum“-Fragestellung, da ein Vergleichsmoment fehlt. Zweitens ist sie rein deskriptiv und kann durch eine Aneinanderreihung von Fakten und Daten - mehr oder weniger gut - beantwortet werden. Drittens wird sich lediglich auf einen Zeitpunkt bezogen, welcher keine Beobachtung über einen längeren Zeitraum, z.B. über 10 Jahre, ermöglicht.

Warum migrieren in manche EU-Mitgliedstaaten mehr Personen aus nicht-EU Staaten als in andere?

Dies ist eine spannende und interessante Fragestellung, die eine klares puzzle darlegt. Eigentlich würde man erwarten, dass die EU-Mitgliedstaaten für Migranten alle ähnlich attraktiv sind und dass keine allzu großen Varianzen in der Migrationsrate pro Staat bestehen. Die Fragestellung definiert außerdem eine klar eingegrenzte abhängige Variable (AV), den Grad der Migration, und zeigt eine Varianz auf. Zuletzt ist positiv zu bewerten, dass keine endgültige Fallauswahl in der Fragestellung vorgenommen wurde sondern lediglich das Falluniversum (Mitgliedstaaten der EU) definiert wird.

Als vorbereitende Lektüre empfehlen wir:

  • Gschwend, T. / Schimmelfennig, F. (2007): Forschungsdesign in der Politikwissenschaft. Probleme – Strategien – Anwendungen. Frankfurt am Main / New York: Campus Verlag.
  • Jahn, D. (2011): Vergleichende Politikwissenschaft, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • King, G. / Keohane, R. O. / Verba, S. (1997): Designing Social Inquiry. Scientific Inference in Qualitative Research, Princeton (New Jersey): Princeton University Press.

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Definition des Raums “Osteuropa”

Eine der häufigsten Fragen ist die genaue Abgrenzung des Untersuchungsgebietes “Osteuropa”. Im Laufe der Geschichte finden sich die verschiedensten Bezeichnungen, alle geprägt durch unterschiedliche Motive und einem unterschiedlichen Sinngehalt. So wurde beispielsweise das Russische Zarenreich bis in das 17. Jahrhundert in der deutschsprachigen Literatur zu Nordeuropa gerechnet, gemeinsam mit der anderen Großmacht aus dem skandinavischen Raum Schweden. Und alle Teile des Habsburgerreichs, einschließlich Galiziens, waren selbstverständlich Mitteleuropa. Polen und Tschechien verwehren sich bis heute vehement einer Zuordnung zu Osteuropa, die aus ihrer Sicht insbesondere der Trennung durch den eisernen Vorhang geschuldet ist.


Im Folgenden finden Sie sechs Möglichkeiten zur Einteilung eines Raumes. Bitte markieren Sie diejenigen, die Sie für die Erfassung des Raumes Osteuropa am nützlichsten halten:

Sie merken, eine klare Zuteilung Osteuropas ist schwierig und wird auch in Zukunft schwierig bleiben. Eine geographische Abgrenzung würde durch die „Osteuropäische Tiefebene“ bestimmt, die als im Osten durch den Ural, im Süden durch den Kaukasus und im Südwesten durch die Karpaten und im Nordwesten durch das Baltikum abgegrenzt wird. Es fehlt allerdings eine klare Grenze nach Westen, und die Tiefebene bezieht nahtlos auch den Norden Deutschland und der Niederlande mit ein. Eine politische Einteilung war lange Zeit durch den Eisernen Vorhang gegeben, ist allerdings seit der Wende 1990 weggebrochen. Neue mögliche politische Bruchlinien, wie z.B. EU-Eurasische Union müssten sich erst formieren. Auch wenn eine Mehrheit der Bevölkerung Osteuropas der slawischen Sprachfamilie angehört, gibt es doch sowohl in jeden einzelnen Land als auch in der Region insgesamt bedeutende andere Sprachen, wie z.B. Tatarisch, Estnisch oder Georgisch. Ähnlich durchwachsen zeigt sich die religiöse Einteilung. Neben verschiedenen christlichen Konfessionen (katholisch, orthodox, protestantisch) findet sich auch eine starke jüdische und islamische Tradition. Wie bereits oben angedeutet gibt es zwar eine starke gemeinsame, geschichtliche Tradition, geprägt durch sozialistische System oder teilweise auch durch einen gemeinsamen Staat (Sowjetunion). Allerdings war die Zeitdauer dieser geschichtlichen Prägung relativ kurz (nicht mehr als 70 Jahre) und wird in den betreffenden Staaten sehr unterschiedlich rezipiert.

Als vorbereitende Lektüre empfehlen wir:

  • Batt, Judy: Defining Central and Eastern Europe in White, Steve, Batt, Judy and Lewis, Paul [Hrsg.]: Developments in Central and Eastern Europe 4, Duke University Press, 2007.
  • Lemberg, Hans: Zur Entstehung des Osteuropabegriffs im 19. Jahrhundert. Vom „Norden“ zum „Osten“ Europas in: Jahrbücher für die Geschichte Osteuropas 33, Wiesbaden, 1985, S. 48 - 91.

Transformation

Eines der Kernforschungsgebiete im Raum Osteuropa war lange Zeit der Bereich der Transformationsforschung. Es geht um den Wechsel eines gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und vor allem politischen Systems hin zu einem anderen. (Der normative Teil der Transformationsforschung würde sagen: idealerweise hin zu einer Demokratie). Die Staaten Osteuropas haben sich dabei innerhalb kürzester Zeit sehr unterschiedlich entwickelt. Neben vorbildlichen Demokratien finden sich auch hybride demokratische Systeme mit starkem autokratischem Einschlag und komplette Diktaturen.

Aserbaidschan

 

Lösung: Die Lösung gibt das aktuelle Ranking nach dem Democracy Index des Economist wieder. Es gibt zwar eine Vielzahl an Indizes und Möglichkeiten Demokratisierung zu messen, die Ergebnisse sind allerdings in der Regel vergleichbar. Die Ergebnisse sind im Einzelnen: Tabelle wie oben abbilden

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Info-Kasten:

Als vorbereitende Lektüre empfehlen wir:

Belarus

 

Siehe Feedbacktext oben.

Lettland

 

Siehe Feedbacktext oben.

Moldawien

 

Siehe Feedbacktext oben.

Russische Föderation

 

Siehe Feedbacktext oben.

Slowakei

 

Siehe Feedbacktext oben.

Ungarn

 

Siehe Feedbacktext oben.

Usbekistan

 

Siehe Feedbacktext oben.

1.

7 (World Ranking: 140)

2.

8 (World Ranking: 149)

3.

4 (World Ranking: 70)

4.

2 (World Ranking: 43)

5.

1 (World Ranking: 42)

6.

5 (World Ranking: 127)

7.

6 (World Ranking: 132)

8.

3 (World Ranking: 54)

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Informalität & Regeleinhaltung

Viele der Staaten Osteuropas haben mit einem gemeinsamen Übel zu kämpfen: Korruption. In vielen Fällen entspringt diesen einer in sozialistischen Systemen geprägten Informalität, einem Parallelsystem, in dem ein Austausch von Gefälligkeiten und Gegenleistungen neben dem eigentlichen staatlichen System stattfand. Die Ausprägung von Korruption ist sehr unterschiedlich, in machen Staaten umfasst sie nur gelegentliche Skandale von Spitzenpolitikern, in anderen ist sie eine beständige Begleiterscheinung im Alltag und in dritten ersetzten soziale Netzwerke und Gefälligkeiten geradezu staatliche Strukturen. Die Forschung zu diesem Bereich ist aus vielen Gründen schwierig, einer davon ist der fließende Übergange zwischen unbedenklichen Alltagsituationen, freundschaftlichen Gefallen und illegaler Vorteilnahme.

Ordnen Sie die folgenden Situationen den nebenstehenden Begriffen zu:

Es ist kurz nach halb fünf, sie wollen gerade das Büro verlassen als Sie einen Anruf von Ion Donici bekommen, der in einer ähnlichen Position wie Sie in Chişinău arbeitet. Sie haben sich vor einigen Jahren auf einer Messe kennengelernt und er hat Sie danach zu sich nach Hause eingeladen und Sie mehrere Tage sehr großzügig umsorgt. In einer Anspielung darauf bittet er Sie um eine grobe Skizze, für ein Angebot, das eine andere Abteilung für eine Ausschreibung in Rumänien vorbereitet hat. Eine Hand wäscht schließlich die andere.

 

Nachdem Sie um 3 Uhr nachts in Tbilissi angekommen sind, fällt Ihnen im Taxi auf dem Weg zum Hotel gerade noch rechtzeitig ein, dass Sie für die Abrechnung der Kosten bei Ihrem Arbeitgeber unbedingt eine Rechnung benötigen. Als Sie den Taxifahrer darauf hinweisen, lacht dieser nur, weist auf seinen kaputten Kreditkartenleser hin und bietet Ihnen stattdessen an, Sie könnten sich einfach eine andere, ältere Rechnung mit einem beliebigen Betrag aussuchen.

 

Bei einem Aufenthalt in Krasnodar treffen Sie endlich Ihren alten Freund Oleg wieder, den Sie damals während seines Studienaufenthaltes in Berlin kennengelernt haben. Er ist hocherfreut und lässt es sich nicht nehmen, Sie zu sich nach Hause einzuladen, wo seine Frau neben herrlichen Speisen auch viele hochprozentige Getränke vorbereitet hat. Nach einigen Stunden fröhlichem Zusammensitzens fragt er schließlich: „Du arbeitest doch mit Firma XY in Petersburg zusammen. Kannst du mir nicht sagen, wie ich dort am besten unterkomme? Ich möchte unglaublich gern die Position wechseln.“

 

Eigentlich wollten Sie auf dem Weg von Vilnius nach Twer nur kurz einen Ausflug nach Minsk machen und haben deshalb den Zug genommen. Kurz hinter Witebsk werden Sie allerdings an der Grenze aufgehalten. Der Zollbeamte nimmt Ihren Pass für eine Stunde zur Begutachtung mit und erklärt Ihnen dann, dass Ihnen einen „Sondererlaubnis“ fehlt, die den Grenzübergang ermöglichen würde. Für nur 300 Euro könnte er diese Erlaubnis schnell und unbürokratisch ausstellen. Wenn nicht, erklärt er schulterzuckend „Geht’s zurück nach Minsk.“

 

Endlich haben Sie die Konferenz in Krakau hinter sich gebracht und Ihr neuestes Paper vorgestellt. Nun können Sie die Party mit den anderen Teilnehmern in vollen Zügen genießen! Gegen zwei Uhr morgens spricht Sie ihre Wissenschaftlerkollegin Seda Jakobyan aus Jerewan an: „Übrigens gibt es zu genau deinem Thema im Moment Forschungsgelder von der armenischen Botschaft in Berlin. Wenn ich dich dort vorstelle, hast du bestimmt hervorragende Chance. Lass uns doch gleich morgen einen Termin ausmachen!“

 

Sie sind auf der Twerskaya Ulitsa in Moskau unterwegs. Nach geschätzten 30 Minuten Dauerstau befürchten Sie schon zu spät zu dem wichtigsten Treffen Ihres Aufenthaltes zu kommen und drücken aufs Gas. Natürlich findet sich genau in diesem Moment ein Angehöriger der Militia, der nur auf Sie gewartet hat und Sie rauswinkt. Nach einigem Hin- und Her über Ihre Herkunft und ob Ihnen Moskau denn gefällt, macht er Ihnen ein Angebot „Seit vergangenem Jahr können sich auch Verkehrsdelikte negativ auf die Verlängerung von Visa auswirken. Diesen Ärger würde ich Ihnen gerne ersparen. Und ich wollte mir schon lange ein neues Paar Sportschuhe kaufen. Die kosten ungefähr 30 000 Rubel.“ Sie haben noch gut den Schrecken des Verwaltungsaufwandes bei Ihrer letzten Visaverlängerung im Kopf und geben dem guten Mann sogar 32000 für seine Mühe.

 

Schon seit zwei Jahren möchte Ihr Chef diesen Vertrag mit finanzstarken Kunden aus Charkow abschließen. Bisher haben unklare rechtliche Rahmenbedingungen, geänderte Einfuhrzölle und schwierige Kommunikation das Zustandekommen immer wieder verhindert. Aber nun sind Sie endlich in Charkow mit einer detailliert ausgearbeiteten Präsentation im Gepäck um den Kunden zu überzeugen.
Doch zu Ihrer Überraschung besteht Ihr Ansprechpartner, der Senior Manager Volodymyr Rudenko darauf, Sie zu einer „Stadtrundfahrt“ einzuladen, die nach mehreren Klubs, schließlich in Ihrer Hotelbar endet. Nach seiner Aussage steht abschließen dem Vertragsabschluss nichts mehr entgegen.

 
1.

Zwang

2.

Illegale Vorteilsnahme

3.

Geschäftliches Netzwerken

4.

Vorteil durch soziale Netzwerke

5.

Unbedenklicher Gefallen

6.

Bestechung

7.

Positionsschädigendes Verhalten

Als vorbereitende Lektüre empfehlen wir: Steinsdorff, Silvia von: Gute und schlechte Informalität? Informelle Politik in Ost und West in: OSTEUROPA 10, 2005, S. 5 - 16.