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Osteuropastudien (M.A.)

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Kultur

Nach der Bearbeitung einer Aufgabe können Sie durch Drücken auf den Ergebnis-Button am unteren Ende der Seite prüfen, ob Sie mit Ihrer Antwort richtig oder falsch gelegen haben, und Sie erhalten ein inhaltliches Feedback zu Ihrer Antwort.

Aufgabe 1: Modell Drag&Drop

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland haben sich nach den Ereignissen auf dem Maidan erheblich verschlechtert. Eine Ursache für fortwährende Spannungen zwischen den beiden Ländern ist dabei eine fundamental andere Geschichtsbetrachtung. Russland und die Ukraine verbindet zwar eine lange gemeinsame Geschichte, die jedoch in vielen Aspekten unterschiedlich bewertet wird. Besonders deutlich wird diese Auseinandersetzung im Medium Film. Der Film „Povodir/Povodyr/The Guide“ wurde 2014 von Seiten der Ukraine für den Oscar in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ vorgeschlagen. 

Schauen Sie den Trailer zum Film an (siehe unten) und ordnen Sie die Antwortmöglichkeiten den einzelnen Fragen zu. Zu jeder Frage gibt es jeweils zwei richtige Antworten!

Link zum Trailer: https://vimeo.com/112255897

Welche historischen Ereignisse liegen dem Film zu Grunde? 

 
 
 
 

Holodomor und Vernichtung ukrainischer Kulturschaffender

Welche symbolischen Kontexte werden im Film zur Darstellung ukrainischer Identität aufgerufen?

 
 
 
 

Bandura und Poesie des ukrainischen Nationaldichters

Welche ästhetischen Mittel werden zur Dramatisierung im Film eingesetzt?

 
 
 
 

Dramatische Musik und pathetische Dialoge

Trifft auf keine der oben genannten Fragen zu.

 
 
 
 

Zerfall der Sowjetunion, Idealisierung des Dorfes und Unschärfe-Effekt

1.

Holodomor (Vernichtung ukrainischer Bauern im Zuge der Kollektivierung in der UdSSR)

2.

Bandura (Instrument)

3.

Poesie des ukrainischen Nationaldichters

4.

Idealisierung des Dorfes

5.

Vernichtung ukrainischer Kulturschaffender

6.

Dramatische Musik

7.

Pathetische Dialoge

8.

Unschärfte-Effekte

9.

Zerfall der Sowjetunion

Sie erhalten ein Feedback zu den einzelnen Antworten, indem Sie auf das klicken.

Aufgabe 2: Lückentext

Mit dem Ende der kommunistischen Herrschaft änderten sich in vielen Staaten Osteuropas die Bedingungen für die literarische Produktion. Die Zensur wurde abgeschafft, Schriftsteller konnten frei ins Ausland reisen und die engen formalen Grenzen, in denen sich die Literatur bis dato hatte bewegen müssen, entfielen. In Russland trat eine neue Generation von Schriftstellern auf die Bühne, die sich radikal von der Ästhetik des sozialistischen Realismus löste. Als einer der Schlüsselromane dieser Zeit gilt Viktor Pelevins „Generation P“.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Kapitel Arme Leute des Romans und füllen Sie anschließend den Lückentext aus!

Поглядев по сторонам, он увидел на стене рекламный плакат. Изображен на нем был поэт Тютчев в пенсне, со стаканом в руке и пледом на коленях. Его проницательно-грустный взгляд был устремлен в окно, а свободной рукой он гладил сидящую рядом собаку. Странным, однако, казалось то, что кресло Тютчева стояло не на полу, а на потолке. Татарский опустил взгляд чуть ниже и прочел слоган:

UMOM RUSSIJU NYE PONYAT,

V RUSSIJU MOJNO TOLKO VYERIT.

«SMIRNOFF»

Все было спокойно. Татарский разогнулся. Он чувствовал себя значительно лучше. Григорий откинулся назад и сделал еще один глоток из бутылки.

– Отвратительно, – констатировал он. – Жить надо чисто.

– Да? А как это? – спросил Татарский, вытирая рот салфеткой.

– Только ЛСД. Только на кишку, и только с молитвой.

Als Tatarski sich umsah, fiel sein Blick auf ein Werbeplakat an der Wand. Der Dichter Fjodor Tjuttschew war darauf abgebildet, mit Kneifer im Gesicht, Mantel auf den Knien und Glas in der Hand. Sein durchdringend melancholischer Blick war aus dem Fenster gerichtet, mit der freien Hand streichelte er einen Hund, der neben ihm saß. Das Seltsame war, daß Tjuttschews Armstuhl nicht auf dem Boden stand, sondern kopfüber an der Decke klebte. Tatarski ließ die Augen nach unten wandern, denn dort stand etwas:

Verstand wird Rußland nie verstehen.

An Rußland kann man nichts als glauben.

SMIRNOFF

Alles war friedlich. Tatarski richtete sich wieder auf. Er fühlte sich jetzt bedeutend besser. Grigori saß zurückgelehnt und tat einen weiteren Schluck aus seiner Flasche.

 

»Ekelhaft«, konstatierte er. »Man muß ein sauberes Leben führen.«

»Ach ja? Wie soll das denn gehen?« fragte Tatarski, während er sich den Mund mit einer Serviette wischte.

»Nur LSD. Nur durch den Darm. Und nur mit Gebet.«

Viktor Pelevin: Generation P, Moskva: Vagrius, 1999, S. 77.

Viktor Pelewin: Generation P, München: Ullstein, 2002, S. 81f.

Die 1990er-Jahre bedeuteten für Russland die Ankunft im Kapitalismus. Die Staatsunternehmen wurden privatisiert und eine kleine Gruppe, die sogenannten 
, gelangten zu schnellem Reichtum. Der Romanausschnitt schildert jene Zeit am Beispiel der Medienbranche und hebt sich in Sprache und Inhalt deutlich vom  Produktionsroman ab, dessen standardisierte Sujet- und Sprachstruktur er 
. Pelevins Roman wird der 
zugeordnet, was sich u.a. am Umgang mit der literarischen Tradition im Ausschnitt aufzeigen lässt. So spielt der Titel des Kapitels auf 
an, und ein in Russland sehr berühmtes Zitat des 
Tjutčev wird ironisch gebrochen, indem es in einen anderen Kontext gesetzt wird. Es dient nun als  . Der mit der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts und der sowjetischen Literatur oftmals verbundene pädagogische Zweck   des Lesers wird somit 
. Ein weiteres Indiz für diese Klassifizierung ist die Kombination von  . Alkohol- und Drogenkonsum werden hier nicht mehr länger 
, sondern erscheinen als integraler Bestandteil des neuen Russland.

Die richtige Lösung des Textes lautet:

"Die 1990er-Jahre bedeuteten für Russland die Ankunft im Kapitalismus. Die Staatsunternehmen wurden privatisiert und eine kleine Gruppe, die sogenannten Neuen Russen, gelangten zu schnellem Reichtum. Der Romanausschnitt schildert jene Zeit am Beispiel der Medienbranche und hebt sich in Sprache und Inhalt deutlich vom sozialistisch-realistischen Produktionsroman ab, dessen standardisierte Sujet- und Sprachstruktur er parodiert. Pelevins Roman wird der Postmoderne zugeordnet, was sich u.a. am Umgang mit der literarischen Tradition im Ausschnitt aufzeigen lässt. So spielt der Titel des Kapitels auf Dostoevskij an, und ein in Russland sehr berühmtes Zitat des Romantikers Tjutčev wird ironisch gebrochen, indem es in einen anderen Kontext gesetzt wird. Es dient nun als Werbespruch. Der mit der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts und der sowjetischen Literatur oftmals verbundene pädagogische Zweck einer moralischen Erziehung des Lesers wird somit dekonstruiert. Ein weiteres Indiz für diese Klassifizierung ist die Kombination von Hochkultur und Massenkultur. Alkohol- und Drogenkonsum werden hier nicht mehr länger tabuisiert, sondern erscheinen als integraler Bestandteil des neuen Russland."