Drucken

Niederländische Philologie (B.A.)

Diese Seiten können nicht richtig dargestellt werden, da Sie Ihren Internet Explorer mit aktivierter Kompatibiltätsansicht verwenden. Wir empfehlen 'fu-berlin.de' aus der Liste der Websites mit aktivierter Kompatibilitätsansicht zu entfernen:

  1. Blenden Sie bitte in Ihrem Internet Explorer die Menüleiste ein, indem Sie entweder 'Alt' drücken oder in der Adressleiste mit der rechten Maustaste klicken und dann 'Menüleiste' auswählen.
  2. Klicken Sie auf 'Extras' und wählen das Menü 'Einstellungen der Kompatibilitätsansicht' aus.
  3. Wählen Sie unter 'Zur Kompatibilitätsansicht hinzugefügte Websites' 'fu-berlin.de' aus.
  4. Klicken Sie auf 'Entfernen'.

Literarische Epochen: Barock (Literaturwissenschaft)

Welche Gemeinsamkeiten weist die barocke Lyrik niederländischer und deutscher Literaten auf?

Während Deutschland unter der Last des Dreißigjährigen Krieges und seiner Folgen litt, erlebten die Niederlande politisch, ökonomisch und kulturell eine Blütezeit – ihr Goldenes Zeitalter. Dieser Aufschwung wirkte sich auch nachhaltig auf die Literatur aus. Viele deutsche Literaten, wie etwa Andreas Gryphius, studierten in den Niederlanden und wurden von der dortigen Literatur beeinflusst. So übersetzte Gryphius ein Drama des bedeutenden niederländischen Dichters Joost van den Vondel ins Deutsche. Außerdem finden sich in der barocken Lyrik von Gryphius und Vondel viele Gemeinsamkeiten. Ein oft wiederkehrendes Thema ist die Vergänglichkeit der irdischen Dinge, die Vanitas. Man spricht deshalb auch von Vanitasgedichten. Literarische Stilmittel sind häufig Metaphern, Apostrophen und Allegorien.

Was sind wir Menschen doch? Ein Wohnhauß grimmer Schmertzen
Ein Ball des falschen Glücks / ein Irrlicht diser Zeit.
Ein Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharffem Leid /
Ein bald verschmeltzter Schnee und abgebrannte Kerzen. […]

Aus: Peter Jentzsch (Hrsg.), Gedichte des Barock. Mit einer Einführung und Interpretation. Stuttgart 1997, S. 51.
Gebed, uitgestort over mijn gedurig kwijnende ziekte Gebet, ausgeschüttet über meine ständig wiederkehrende Krankheit
Gij die de ziekte kweekt en doet haar weer verdwijnen,
aanziet een Christen-hart, belegerd door veel pijnen.
O Vader alles troosts! Gij weet en ik beken,
dat ik een aarden vat en broos van stoffe ben. [...]
Du, der die Krankheit nährt und sie verschwinden lässt,
anschau ein Christenherz, von vielen Schmerzen belagert.
O Vater allen Trostes! Du weißt, und ich bekenne es,
dass ich ein irdenes Gefäß und ein zerbrechlicher Stoff bin.
Aus: Hans Luijten / Jan Konst (Hrsg.), Lust tot poëzie. Gedichten van Vondel. Amsterdam 1989, S. 13.
Bitte lesen Sie die beiden Textfragmente und vervollständigen Sie den folgenden Lückentext über die Literaturepoche des Barock durch den Klick auf das Drop-Down-Menü.
Andreas Gryphius und Joost van den Vondel waren Dichter des . Während dieser Epoche erlebten die Niederlande ihr . Ein wichtiges Merkmal barocker Lyrik in beiden Sprachen ist die
. So handelt es sich bei den beiden Textfragmenten um . Gryphius und Vondel setzen zahlreiche
ein, um die Schwäche menschlichen Lebens und menschlicher Gesundheit auszudrücken. Bei Vondels Ausruf: „O Vader alles troosts! / O Vater allen Trostes!“ handelt es sich um eine
. Wenn Gryphius und Vondel vom Menschen als „Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharffem Leid“ und „Christen-hart, belegerd door veel pijnen / Christenherz, von vielen Schmerzen belagert“ sprechen, deuten sie den Krieg als eine
des menschlichen Körpers.

Der Text lautet mit korrekt vervollständigten Lücken wie folgt:

„Andreas Gryphius und Joost van den Vondel waren Dichter des 17. Jahrhunderts. Während dieser Epoche erlebten die Niederlande ihr Goldenes Zeitalter. Ein wichtiges Merkmal barocker Lyrik in beiden Sprachen ist die Vanitas. So handelt es sich bei den beiden Textfragmenten um Vanitasgedichte. Gryphius und Vondel setzen zahlreiche Metaphern ein, um die Schwäche menschlichen Lebens und menschlicher Gesundheit auszudrücken. Bei Vondels Ausruf: „O Vader alles troosts! / O Vater allen Trostes!“ handelt es sich um eine Apostrophe. Wenn Gryphius und Vondel vom Menschen als „Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharffem Leid“ und „Christen-hart, belegerd door veel pijnen / Christenherz, von vielen Schmerzen belagert“ sprechen, deuten sie den Krieg als eine Allegorie des menschlichen Körpers.“