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B.A. Judaistik

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Jüdische Mystik – der Adam Qadmon

In der jüdischen Mystik, der Kabbala, setzte sich die Vorstellung durch, dass der »Adam Qadmon«, der Ur-Adam bzw. Ur-Mensch, die zehn göttlichen Wirkungskräfte, die für die kabbalistische Spekulation grundlegenden Sefirot, darstellen. Damit lassen sich die einzelnen dieser zehn Wirkungsweisen Gottes, die weiter unten aufgelistet werden („Glossar“), den Körperteilen des Menschen zuordnen.

Der Adam Qadmon wird nun als „Mikrokosmos“ in Analogie zur Struktur des gesamten Kosmos, des „Makrokosmos“, gesehen, eine Vorstellung, die sich schon im antiken Judentum herausgebildet hatte und vor allem die Kabbala des Isaak ben Salomo Luria Aschkenasi beeinflusste, der im 16. Jahrhundert in der obergaliläischen Stadt Safed wirkte. Dabei wurden die Sefirot im Sinne der Adam Qadmon Spekulation auf den menschlichen Körper selbst übertragen. Charakteristisch für diese Vorstellung ist die unten rechts stehende Darstellung eines engelgleichen menschlichen Gesichts, in die die 10 Sefirot zusammen mit Gottesnamen eingetragen sind.

Die rechts darüber stehende Zeichnung stammt aus dem Buch Portae Lucis (»Die Pforten des Lichts«), einer lateinischen Übersetzung des hebräischen Werkes Scha’arei ora des jüdischen Kabbalisten Josef Gikatilla (1248-1305). Sie zeigt einen Mann, der einen Baum mit den zehn Sephiroth in der Hand hält.

Diese um den Adam Qadmon kreisenden Vorstellungen sind bis heute in Esoterik-Kreisen sehr populär geblieben wie der nun folgende Aufgabentext von Hugh Schonfield zeigt. Zahlreiche Internet-Webseiten, so auch der Adam Qadmon Artikel in Wikipedia, greifen auf diese alten kabbalistischen, nun in der New-Age-Bewegung vielfach umgedeuteten (und nicht selten auch missdeuteten) Traditionen zurück. Worauf sie zurückgehen, soll in der folgenden Aufgabe bildlich entschlüsselt werden.

 

  • Kether: »Krone«
  • Chochma: »Weisheit«, »Klugheit«, »Geschicklichkeit«
  • Bina: »Einsicht«, »Verstand«; »analytische Intelligenz«
  • Ḥesed, auch Gedula: »Liebe«, »Gnade«, »Gunst«, »Barmherzigkeit«
  • Gevura: »Stärke«, »Macht«, »Sieg«, »Gerechtigkeit«
  • Tiferet: »Verherrlichung«, »Ruhm«, »Pracht«, »Schönheit«
  • Netzaḥ: »Dauer«, »Beständigkeit«, »Sieg«, »Festigkeit«
  • Ḥod: »Pracht«, »Glanz«, »Majestät«
  • Yesod: »Grundlage«, »Grundstein«, »Fundament«
  • Malchut: »Königreich«, »Herrschaft«, »königliche Würde«, »Regierung«
Lesen Sie sich die folgende Beschreibung des Adam Qadmon von Hugh J. Schonfield (1901-1988) durch und beantworten Sie anschließend die unten stehenden Fragen!

»Sein Kopf ist eine Triade aus Weisheit und Intelligenz, die überragt werden durch die Krone, die Herrschaft symbolisiert. Die Brust, die Schönheit, ist verbunden mit dem rechten Arm, der Barmherzigkeit und dem linken Arm, der Gerechtigkeit. In einer dritten Triade beherrschen die Genitalien, die als Fundament bezeichnet werden, das rechte Bein, die Festigkeit und das linke Bein, die Pracht, die wiederum eine Triade mit den Füßen bilden, welche Königreich bedeuten.«

Welche Sefiroth repräsentieren den Kopf des Adam Qadmon?

Intelligenz (Bina), Weisheit (Chochma) und die herrschaftliche Krone (Kether) bilden den Kopf des Adam Qadmon.

Welche Sefira ist mit dem rechten und dem linken Arm verbunden?

Tiferet ist nach kabbalistischer Auffassung die Brust des Adam Qadmon und daher mit den beiden Armen, Hesed und Gevura, verbunden.

Mit welchen Sefiroth bildet Yesod eine Triade?

Die Genitalien (Yesod) bilden mit dem rechten Bein (Netzah), das Festigkeit symbolisiert, und dem linken Bein (Hod), das für Pracht steht, eine Einheit.

Welche Sefiroth repräsentieren Beine und Füße des Adam Qadmon?

Malchut, das Königreich, bildet die Füße des Adam Qadmon, während Hod und Netzah die Beine repräsentieren.

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