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Italienstudien (B.A.)

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Gattungsbestimmung (Literaturwissenschaft)

Die Literaturwissenschaft unterscheidet traditionell drei Großgattungen (generi letterari), um die Fülle und die Vielfalt literarischer Texte zu klassifizieren: Lyrik, Epik bzw. Narrativik und Dramatik. Sowohl inhaltliche Charakteristika als auch formale Gestaltungsmerkmale ermöglichen die Einordnung der Werke in die jeweiligen Gattungsgruppen. Diese Zuordnung ist insbesondere für die italienische Literaturgeschichte nicht immer eindeutig gewesen und wurde oft im theoretischen Diskurs seit der Renaissance und in der Forschungsliteratur stark diskutiert.

Ordnen Sie die drei folgenden Texte in der darunterliegen Matrix der jeweils richtigen Gattung zu!

Voi ch’ascoltate in rime sparse il suono
di quei sospiri ond’io nudriva ’l core
in sul mio primo giovenile errore
quand’era in parte altr’uom da quel ch’i’ sono,

del vario stile in ch’io piango et ragiono
fra le vane speranze e ’l van dolore,
ove sia chi per prova intenda amore,
spero trovar pietà, nonché perdono.

Ma ben veggio or sì come al popol tutto
favola fui gran tempo, onde sovente
di me medesmo meco mi vergogno;

et del mio vaneggiar vergogna è ’l frutto,
e ’l pentersi, e ’l conoscer chiaramente
che quanto piace al mondo è breve sogno.

1

Le donne, i cavallier, l’arme, gli amori,
le cortesie, l’audaci imprese io canto,
che furo al tempo che passaro i Mori
d’Africa il mare, e in Francia nocquer tanto,
seguendo l’ire e i giovenil furori
d’Agramante lor re, che si diè vanto
di vendicar la morte di Troiano
sopra re Carlo imperator romano.

2

Dirò d’Orlando in un medesmo tratto
cosa non detta in prosa mai, né in rima:
che per amor venne in furore e matto,
d’uom che sì saggio era stimato prima;
se da colei che tal quasi m’ha fatto,
che ’l poco ingegno ad or ad or mi lima,
me ne sarà però tanto concesso,
che mi basti a finir quanto ho promesso.

SAUL Bell'alba è questa. In sanguinoso ammanto
oggi non sorge il sole; un dì felice
prometter parmi. -Oh miei trascorsi tempi!
Deh! dove sete or voi? Mai non si alzava
Saùl nel campo da' tappeti suoi,
che vincitor la sera ricorcarsi
certo non fosse.

ABNER Ed or, perché diffidi,
o re? Tu forse non fiaccasti or dianzi
la filistea baldanza? A questa pugna
quanto più tardi viensi, Abner tel dice,
tanto ne avrai più intera, e nobil palma.

SAUL Abner, oh! quanto in rimirar le umane
cose, diverso ha giovinezza il guardo,
dalla canuta età! Quand’io con fermo
braccio la salda noderosa antenna,
ch'or reggo appena, palleggiava; io pure
mal dubitar sapea… Ma, non ho sola
perduta omai la giovinezza . . . Ah! meco
fosse pur anco la invincibil destra
d'Iddio possente!... e meco fosse almeno
David, mio prode!...

Epik

„Abgeleitet aus dem griech. Adjektiv ἐπιϰός, epikós (zum Erzählen gehörig), dient das Fachwort Epik seit dem 19. Jh. als Sammelbegriff für jede Art fiktiver Erzählung in Vers oder Prosa und damit als Terminus für die entsprechende literarische Grundgattung. Noch unter dem Begriff «Epos» zählt Goethe sie in den ‹Noten und Abhandlungen zu besserem Verständniß des West-östlichen Divans› von 1819 zu den drei «Naturformen der Dichtung». Gegen «die enthusiastisch aufgeregte» Lyrik und das «persönlich handelnde» Drama grenzt er sie ab als «klar erzählende»1 aus einer Haltung besonnener Distanz.“

(aus dem Historischen Wörterbuch der Rhetorik online).

Lyrik

„Lyrik oder lyrische Poesie, wie sie bis ins frühe 19. Jh. bevorzugt hieß, gilt heute als eine von drei Dichtungsgattungen (neben Epik und Drama). Die zugehörigen Texte, im Einzelfall als ‹Gedicht› bezeichnet, unterscheiden sich von Werken der beiden anderen Gattungen generell durch die Erfordernisse der Kürze, der Versform oder zumindest versähnlichen Form und des überwiegend monologischen Charakters.“

(aus dem Historischen Wörterbuch der Rhetorik online)

Drama

„Unter einem Drama versteht man ein zur Bühnenaufführung bestimmtes literarisches Werk von meist dialogischer Form, die man früher «Wechselrede» nannte. In diesem Sinne dient ‹Drama› als Bezeichnung einer der drei Dichtungsgattungen (neben Epik und Lyrik). Im engeren Sinn war Drama (wie auch Schauspiel) im späten 18. und im 19. Jh. eine zwischen Tragödie und Komödie angesiedelte Form des Bühnenspiels. Zu den dramatischen Formen im weiteren Sinn zählen, ohne daß hierfür das Wort ‹Drama› üblich wäre, das seit dem 17. Jh. gegenüber dem Wortdrama verselbständigte «Musikdrama» (Oper, Operette, Singspiel, Musical), außerdem das Puppenspiel und die mediendramatischen Formen des 20. Jh. (Hörspiel, Tonfilm, Fernsehspiel), mit Einschränkung auch szenisch-theatralische Formen ohne Sprache (Pantomime, Ballett, Stummfilm).“

(aus dem Historischen Wörterbuch der Rhetorik online)

Epik

Lyrik

Drama

Francesco Petrarca (1304–1374), Text aus dem Canzoniere

Petrarca ist der lyrische Dichter der Renaissance par excellence. Im Canzoniere (14. Jh.), der aus 366 Gedichten besteht, darunter 317 Sonette, ist das lyrische Ich hin- und hergerissen zwischen der irdischen Liebe zu Laura und einer himmlischen Erhöhung durch die Hinwendung zu Gott. Schon im ersten Sonett können einige prägende Merkmale der Lyrik aufgezeigt werden: der dominante Ausdruck der Gefühle des lyrischen Ichs, sowie die prägnante 14-zeilige Kürze und die durchstrukturierte Versform des Sonetts.

Ludovico Ariosto (1474—1533), Text aus Orlando furioso

Der Orlando Furioso (16. Jh.) ist ein meisterhaftes Beispiel der Ritterepik in der Renaissance. Ariosto schuf ein Epos aus 46 canti, das den Krieg zwischen Carlo Magno und den Sarazenen beschreibt und außerdem auf die (Liebes-)Abenteuer der Ritter eingeht. Der Beginn eines epischen Textes heißt Proöm, seit jeher der Ort, in dem charakteristische Merkmale des Werkes programmatisch vorgestellt werden; auch in diesem Fall benennt bereits der erste Vers die zentralen inhaltlichen Pole, um die die gesamte Handlung kreisen wird: Damen, Ritter, Waffen, Liebe.

Vittorio Alfieri da Asti (1749—1803), Text aus Saul

Schon Aristoteles erkannte im Dialogischen das entscheidende Charakteristikum für das Drama. Vittorio Alfieri ist einer der wichtigsten Dramenautoren der italienischen Literatur und es ist vor allem ihm zu verdanken, dass die Tragödie in 18. Jh. erneut aufblüht. Der Dialog zwischen Abner und Saul thematisiert für die Tragödie typische Komplexe: die Vergänglichkeit des irdischen Lebens, das vergangene und nicht mehr zu erreichende Glück usw.

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